Verschiedene Therapieoptionen im Überblick

Die Therapie bei Psoriasis setzt sich generell aus zwei Komponenten zusammen: der medizinischen Therapie und der Pflege der Haut. Zwar kann die topische Pflege die medizinische Therapie auf gar keinen Fall ersetzen, allerdings sollte sie auch nicht unterschätzt werden, da sie die jeweilige medizinische Behandlung effektiv unterstützen kann. Im Folgenden haben wir eine kleine Therapieübersicht für Sie zusammengestellt, die in drei Säulen untergliedert werden kann:

1. die Lokaltherapie (äußerliche Behandlung)
2. die Bestrahlungstherapie und
3. die systemische (innerliche) Therapie

Welche Therapie für Sie persönlich geeignet ist, sollten Sie mit einem kompetenten Facharzt besprechen.


1. Die Lokaltherapie

Kortikoide

Kortisol, genauer gesagt Hydrokortison, ist ein körpereigenes Hormon. Es verfügt über eine entzündungshemmende Wirkung und spielt eine tragende Rolle im menschlichen Organismus. Äußerlich angewandt, entfalten Kortikoide (Derivate des Kortisols) ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften. Sie hemmen die Freisetzung und das Wachstum von Haut-, Bindegewebs- und Entzündungszellen, führen zur Abschwellung der Hautgefäße und unterdrücken immunologische Prozesse. Viele Patienten haben Vorbehalte gegenüber einer Therapie mit Kortikoiden. Allerdings ist heutzutage bei richtiger Anwendung der modernen Kortikoide in der Regel nichts zu befürchten.

Vorteile:

Nachteile:

Dithranol

Der Wirkstoff Dithranol (auch unter den Namen Anthralin und Cignolin bekannt) wird ausschließlich zur Behandlung von Psoriasis angewandt. Dithranol ist sozusagen der Klassiker unter den Wirkstoffen, denn er wird bereits seit 1916 in der Behandlung von Psoriasis eingesetzt. Dithranol hemmt das Wachstum und die Vermehrung der Hautzellen. Eine leichte Hautrötung ist für die eintretende Wirksamkeit erwünscht und notwendig.

Vorteile:

Nachteile:

Vitamin D3-Analoga

Vitamin D3 wird mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet. In der Nahrung kommt es z. B. in sogenannten Fettfischen vor oder wird in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen.

Physiologischerweise hat Vitamin D3 eine wichtige Funktion im Calciumstoffwechsel. In der psoriatischen Haut hemmen Vitamin D3 sowie die synthetischen Vitamin D3-Abkömmlinge Tacalcitol und Calcipotriol die übermäßige Zellteilung und fördern die normale Reifung der Keratinozyten (Hornzellen). Außerdem wirken Vitamin D3-Analoga modulierend auf Entzündungsreaktionen.

Vorteile:

Nachteile:

Tazaroten

Tazaroten ist ein Wirkstoff, der zur Stoffklasse der so genannten Retinoide gezählt wird. Diese sind wiederum vom Vitamin A abgeleitete Substanzen. Tazaroten ist in zwei verschiedenen Konzentrationen (0,05 % und 0,1 %) als Gel erhältlich, muss aber wie fast alle Antipsoriatika vom Arzt verschrieben werden.

Vorteile:

Nachteile:

Steinkohlenteer

Die äußerliche Behandlung mit Teeren zählte bis vor einigen Jahren noch zur Standardtherapie bei Psoriasis. Schließlich werden diverse Hautkrankheiten seit mehr als 100 Jahren mit Teeren behandelt. Steinkohlenteer ist ein Destillationsprodukt aus Kohle mit einer großen Anzahl unterschiedlicher Inhaltsstoffe. Die Wirkung wird verglichen mit moderneren Medikamenten mittlerweile eher als schwach eingestuft.

Vorteile:

Nachteile:

nach oben


2. Die Bestrahlungstherapie

UV-B-Therapie

Für die dermatologische Lichttherapie wird überwiegend UV-B-Licht verwendet. Man unterscheidet hierbei in Breitspektrum- und Schmalspektrum-UV-B-Therapie. Bei der Breitspektrum-Therapie (280-320 nm) wird der gesamte Körper in speziellen Kabinen bestrahlt. Anzahl und Dauer der Sitzungen richten sich nach dem jeweiligen Hauttyp sowie der Ausweitung und Intensität der Psoriasis. Bei der UV-B-Schmalspektrum-Therapie bzw. der selektiven UV-Fototherapie (SUP) (311 nm) wird eine spezielle Leuchtstoffröhre zur punktuellen Behandlung betroffener Hautareale verwendet. Oftmals wird die energiereiche UV-B-Strahlung zusätzlich mit Medikamenten wie Kortikosteroiden oder Vitamin D3-Abkömmlingen kombiniert.

Vorteile:

Nachteile:

PUVA-Therapie

Auch als Photochemotherapie bekannt. Die Bezeichnung „PUVA-Therapie“ setzt sich aus einer Kombination von UV-A-Bestrahlung und Psoralenen zusammen. Letztere sind Medikamente, die die Lichtempfindlichkeit steigern, um eine stärkere Wirkung zu erzielen. Diese Methode wurde in den 1970ern speziell für die Behandlung der Psoriasis entwickelt. Die „Lichtempfindlichkeitssteigerer“ können sowohl in Form von Tabletten, Creme oder über das Badewasser mittels speziellen Zugaben über die Haut aufgenommen werden.

Vorteile:

Nachteile:

Lasertherapie

Mit dem Excimer-Lasersystem aus den USA (305-315 nm, wobei 311 nm als Optimum gelten) ist es möglich, das UV-B-Licht gezielt auf die betroffenen Hautareale zu applizieren, ohne dass die gesunde Haut Schaden trägt. Durch die punktgenaue Behandlung ist eine Bestrahlung mit einer hohen Dosis an UV-B-Licht möglich.

Vorteile:

Nachteile:

nach oben


3. Die systemische Therapie

Acitretin

Der Wirkstoff Acitretin zählt ebenso wie Tazaroten zu den Retinoiden, sprich zu den Vitamin A-Analoga. In der monotherapeutischen Anwendung hat Acitretin im Vergleich zu anderen Medikamenten eine schwächere Wirksamkeit. In Kombination mit der PUVA-Therapie jedoch, kann eine Wirkungsverstärkung erzielt werden.

Vorteile:

Nachteile:

Fumarsäureester

Werden auch als Fumarate bezeichnet. Die im Allgemeinen positive Wirkung auf die erkrankte Haut ist bereits seit 1959 bekannt. Die Therapie mit Fumarsäureester eignet sich speziell für die Behandlung von Psoriasis vulgaris.

Vorteile:

Nachteile:

Ciclosporin

Eingesetzt wird dieser Wirkstoff seit den frühen 1980ern nach Organverpflanzungen. Hierbei verhindert Ciclosporin, dass der Körper das fremde Organ ablehnt. Nachdem sich eine positive Wirkung nach Einnahme des Medikaments bei Patienten mit Schuppenflechte zeigte, wurde Ciclosporin auch zur Behandlung bei Psoriasis zugelassen. Der Wirkstoff hemmt die Aktivität der Entzündungszellen.

Vorteile:

Nachteile:

Methotrexat

Methotrexat, kurz MTX, findet bereits seit den 60er Jahren Anwendung in der innerlichen Behandlung von Psoriasis. Ursprünglich wurde der Wirkstoff allerdings für die Behandlung von Krebs entwickelt.

Vorteile:

Nachteile:

Biologicals

Außerdem sind einige Medikamente der relativ neuen Präparategruppe Biologicals erhältlich. Die Biologicals hemmen z. B. gezielt die Funktion der T-Zellen, die wahrscheinlich maßgeblich am Ausbruch der Hautkrankheit beteiligt sind.

Lexikon

In unserem Lexikon finden Sie Infos rund um die Themen Aqeo und Psoriasis. mehr

FAQ

Was bewirkt der Inhaltsstoff Climbazol?

Der Wirkstoff Climbazol (enthalten ... mehr