Krankheitsbilder

Die häufigste Form der chronischen-entzündlichen Hautkrankheit ist die Psoriasis vulgaris, die „gewöhnliche Schuppenflechte“. 90 % der Betroffenen sind von Psoriasis vulgaris betroffen. Sie ist gekennzeichnet durch rötliche, scharf von der gesunden Haut begrenzte Herde, die bevorzugt an den Außenseiten der Ellenbogen, den Knien, der Kreuz- und Steißbeinregion, dem Bauchnabel sowie am behaarten Kopf auftritt (Prädilektionsstellen). Zurückzuführen ist Psoriasis auf eine beschleunigte Hauterneuerung der Epidermis, d.h., die psoriatische Haut erneuert sich ca. alle 3-4 Tage, was bei gesunder Haut etwa nur alle 28 Tage der Fall ist. Psoriasis verläuft schubweise, d. h. Phasen der Verschlechterung wechseln sich mit Phasen der Verbesserung des Hautbildes ab. In der Regel erfahren die Betroffenen durchschnittlich 2- bis 3-mal jährlich einen Psoriasisschub.

Bei der Beschreibung der Psoriasis wird nach folgenden Kriterien unterschieden:

1. Varianten der Psoriasis vulgaris – spezielle Lokalisationen

Psoriasis palmaris et plantaris
Bei Befall der Handflächen (palmae) und Fußsohlen (plantae) spricht man von Psoriasis palmaris et plantaris. Hinter diesem Begriff verbergen sich allerdings noch 3 weitere Erscheinungsbilder:

Nagelpsoriasis
Bei ca. 30 bis 50 % aller Psoriatiker kommt es zur Veränderung der Nägel, wobei Fingernägel häufiger betroffen sind als Fußnägel. Meist sind mehrere, jedoch nicht zwangsläufig alle Nägel betroffen. Menschen, die an einer Psoriasis anthropatica leiden, weisen in der Regel sehr häufig Nagelveränderungen auf (70 %). Kinder leiden eher selten an Nagelpsoriasis (7 bis 13 %). In Abhängigkeit vom betroffenen Bereich des Nagels unterschiedet man unterschiedliche Erscheinungsbilder:

Psoriasis capillitii
Ist eher unter der Bezeichnung Kopfhautpsoriasis bekannt. Hierbei kommt es zum Befall des behaarten Kopfes. Bei ca. 50 % aller Psoriatiker ist ein Befall der Kopfhaut zu verzeichnen. Die Schuppenflechtenherde können dabei etwa 1 bis 2 cm auf die nicht behaarte Haut (Stirn-Haar-Grenze) übergehen. Die Herde zeichnen sich insbesondere durch eine starke Schuppung aus. Normalerweise tritt bei der Psoriasis capillitii kaum Haarausfall auf. Lediglich bei lange bestehenden, dicken Schuppenbelägen kann es zu Haarverlust kommen.

Psoriasis in der Sakralregion
Die Sakralregion ist eine andere Bezeichnung für die Region um das Kreuzbein. Hier finden sich häufig sehr hartnäckige Psoriasisherde, die in der Regel durch das abgelagerte Hornmaterial sehr dick werden können. Die Hautveränderungen bleiben nicht selten über Jahrzehnte lang bestehen.

Psoriasis im Gesicht
Eher selten ist der reine Psoriasisbefall im Gesicht (2 %). Entzündungsherde im Gesicht sind allerdings oftmals auf die Psoriasis capillitii zurückzuführen, bei der die Herde meist auch auf das Gesicht übergehen. Bei den seltenen Sonderformen der Psoriasis, z. B. der psoriatischen Erythrodermie, kann das Gesicht ebenfalls betroffen sein. Psoriasis im Gesicht ist für den Patienten sehr belastend und sollte am besten mit einer besonders reizarmen Therapieform behandelt werden.

Psoriasis inversa
Diese seltene Form der Psoriasis ist gekennzeichnet durch den Hautbefall an eher ungewöhnlichen, intertriginösen Hautbereichen (Bereiche in den Hautfalten, in denen es zu einem direkten Haut-zu-Haut-Kontakt kommt), wie z. B. im Achselbereich oder in der Analfalte sowie auf den Beugeseiten der Gelenke. Etwa 5 % der Psoriatiker sind von dieser Form der Psoriasis betroffen. Bei 30 % der Psoriatiker die an anderen Hautbereichen von Schuppenflechte betroffen sind, kommt auch Psoriasis im intertriginösen Bereich bzw. in den Beugen der Gelenke vor. Typischerweise kommt es bei dieser Variante der Psoriasis nicht zur Schuppung der Haut, da durch die Reibung von Haut an Haut Feuchtigkeit entsteht. Allerdings führt dieser Umstand oftmals zu Hautentzündungen.

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2. Sonderformen

Psoriasis arthropathica
Ist auch unter dem Namen Psoriasis Arthritis bekannt. Charakteristisch für diese Form der Psoriasis ist die Beteiligung der Gelenke, ähnlich der Rheuma-Erkrankung, wobei im Serum der Betroffenen in der Regel keine Rheumafaktoren nachweisbar sind. Überwiegend sind die kleineren Gelenke in Händen und Füßen betroffen, wobei dies den Patienten oftmals große Schmerzen bereitet. Es kann letztendlich auch zur Schwellung oder gar Versteifung der betroffenen Gelenke kommen. Bei etwa 70 % der Psoriasis Arthritis-Patienten tritt auch eine Nagelveränderung auf.

Psoriasis pustulosa
Diese äußerst seltene Form der Psoriasis zeichnet sich durch Schuppenflechtenherde mit sterilen Pusteln und/oder Bläschen aus, die am gesamten Körper auftreten können. Besonders bei Befall der Handflächen und Fußsohlen (Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris) ist das Leiden der Patienten immens, da das Auftreten äußerst schmerzhaft und das Arbeiten mit den Händen kaum möglich ist. Bei dieser schweren Form der Psoriasis ist das Allgemeinbefinden der Patienten stets schwer gestört. Betroffene sollten sich in einer Hautklinik behandeln lassen.

Psoriatische Erythrodermie
Gekennzeichnet ist diese ebenfalls äußerst seltene Form der Psoriasis durch den Befall der gesamten Hautoberfläche, wobei die Haut entzündlich gerötet und die Schuppung oftmals kaum zu erkennen ist. An dieser besonders schweren Form der Psoriasis leiden etwa 1 bis 2 % der Psoriasispatienten. Bei der Therapie ist eine klinische Behandlung aufgrund des Eiweiß-, Flüssigkeits- und Wärmeverlusts des Patienten unumgänglich.

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3. Gestalt der Hautveränderung

Des Weiteren wird medizinisch auch zwischen den Gestalten der Psoriasis unterschieden:

Lexikon

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FAQ

Kann sich Psoriasis weiter ausbreiten?

Normalerweise beschränkt sich die K ... mehr