Lexikon
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Alkalisierung
Die Oberfläche der Haut ist mit einem Säureschutzmantel umgeben, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die Hautbarrierefunktion aufrecht zu erhalten. Dieser Schutzmantel ist schwach sauer. Nach Anwendung von alkalischen Produkten (z. B. Seifen) wird der pH-Wert alkalisch. Die gesunde Haut weist ein sogenanntes Alkalineutralisationsvermögen auf, d. h. nach einer gewissen Zeit ist der pH-Wert wieder schwach sauer. Bei gesunder Haut ist das Alkalineutralisationsvermögen noch hoch, d. h., die Haut reagiert noch nicht so empfindlich auf Reinigungsprodukte oder auf Bakterien. Bei psoriatischer Haut ist ein vermindertes Alkalineutralisationsvermögen vorzufinden. Somit steigt auch das Risiko z.B. an Infektionen zu erkranken. Es ist daher wichtig, möglichst seifenfreie Hautreinigungsprodukte zu verwenden, um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu gefährden.Carbamid
siehe Urea
Ceramide
Ceramide sind ein wichtiger Bestandteil der Fette in der Hornschicht, die – wie Mörtel zwischen den Ziegelsteinen einer Mauer – zwischen den Hornzellen eingelagert sind. Die Ceramide regulieren den Feuchtigkeitshaushalt der Haut.
Climbazol
ist ein Anti-Schuppen-Wirkstoff, der Pilze effektiv bekämpft und bei regelmäßiger Anwendung Schuppen und Neuschuppenbildung vorbeugen kann.
D-Panthenol
siehe Provitamin B5
Dexpanthenol
siehe Provitamin B5
Endogene (Provokations-)Faktoren
Provokationsfaktoren sind im Allgemeinen Einflüsse, die eine Krankheit zum Ausbruch bringen, sprich provozieren. Diese Einflüsse können sowohl von außen als auch von innen kommen. Die endogenen Provokationsfaktoren bezeichnen innere Einflüsse. So z.B. Infektionskrankheiten (Streptokokkeninfektion, HIV), bestimmte Medikamente, Schwangerschaft oder Entbindung, Diät oder Stress.
Epidermis
Oberste Hautschicht.
Exogene (Provokations-)Faktoren
Provokationsfaktoren sind im Allgemeinen Einflüsse, die eine Krankheit zum Ausbruch bringen, sprich provozieren. Diese Einflüsse können sowohl von außen als auch von innen kommen. Die exogenen Provokationsfaktoren bezeichnen Einflüsse, die von außen herrühren. Hierzu gehören u.a. physikalisch Einflüsse wie Reiben, Verletzungen, Impfungen, Injektionsstellen, Operationsnarben, Druckstellen, Verbrühungen, Verbrennungen oder Strahleneinwirkungen, chemische Einflüsse wie Verätzungen, Entfettung, Alkalisierung oder entzündliche Hauterkrankungen wie Hefepilzinfektionen oder Kontaktallergien.
Harnstoff
siehe Urea
Hautbarriere(funktion)
siehe Hydro-Lipid-System
Hornschicht
Die Hornschicht (Stratum corneum) ist die oberste Zellschicht der Haut. Sie besteht aus verhornten, abgestorbenen Hautzellen und dient dem Schutz der darunter liegenden, lebenden Hautschichten.
Hydro-Lipid-System
Das Hydro-Lipid-System ist ein natürlicher Schutzmantel aus Wasser, Hauttalg (Lipide) und feuchtigkeitsbildenden Substanzen, der die Hautoberfläche überzieht. Die von den Talgdrüsen produzierten Lipide sorgen für eine Fettung der Haut. Zusammen mit dem Hautschweiß bilden sie einen schützenden Film, der zusätzlich wichtige Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff (Urea) enthält.
Köbner-Phänomen
Mechanischer Reizeffekt, der neue Krankheitsherde an den gereizten Hautstellen hervorruft. Bei bis zu 25% der Psoriatiker kann zum Beispiel eine Verletzung der Hautoberfläche zum Ausbruch der Krankheit führen.
(Krankheits-)Schub
Psoriasis ist eine Hautkrankheit, die in Schüben verläuft. D.h., Phasen der Verschlechterung wechseln sich mit den Phasen der Verbesserung des Hautbildes ab. Krankheitsschub ist die Bezeichnung für die Phase, in der die Symptome der Psoriasis ersichtlich sind.
Laureth-9
siehe Polidocanol
Lipide
Sammelbezeichnung für alle Fette und fettähnlichen Stoffe. Die Talgdrüsen produzieren Lipide, die auf der Hautoberfläche einen Schutzfilm bilden, der die Haut glatt und geschmeidig hält und vor äußeren Einflüssen schützt.
Malassezia furfur
Eine Hefepilzart. Der Sproßpilz vermehrt sich insbesondere dort schneller, wo eine hohe Talgproduktion stattfindet, sprich, am liebsten auf dem behaarten Kopf. Malassezia furfur führt – bei vermehrten Vorkommen – zur erhöhten Kopfschuppenbildung. Die Pilzinfektion durch Malassezia furfur ist sozusagen Hauptursache für Kopfschuppen.
Monotherapie
Therapie unter Anwendung von nur einem Wirkstoff.
Öl- in-Wasser Emulsion
Öltröpfchen, die von Wasser und umhüllt sind. Spendet der Haut Feuchtigkeit und zieht schnell ein, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen.
Omega-3-Fettsäuren
Bestimmte Gruppe von Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren sind meist mehrfach ungesättigt. Es werden ihnen günstige Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System nachgesagt, wie beispielsweise die Verhinderung arteriosklerotischer Krankheiten.
Pantothenylol
siehe Provitamin B5
Polidocanol
Auch als Laureth-6.5 bekannt, ist ein schmerzlinderndes, örtliches Betäubungsmittel mit juckreizlindernden Eigenschaften.
Prädilektionsstellen
Körperregionen, in der die Psoriasis typischerweise auftritt. Hierzu zählen die Längsseiten der Extremitäten, insbesondere Ellbogen und Knie. Außerdem am behaarten Kopf sowie im Lendenbereich.
Provitamin B5
Auch unter Dexpanthenol, D-Panthenol und Pantothenylol bekannt. Diese Substanz verfügt über ein umfangreiches Wirkspektrum. Z. B. spielt es bei der Wundheilung und der Zellneubildung eine tragende Rolle. Des Weiteren verfügt Provitamin B5 über die Fähigkeit, Wasser zu binden und zu speichern.
Reizklima
Klimafaktoren, die zeitweilig belastende Reaktionen des Körpers hervorrufen. Z.B. in Höhenlage oder durch Sonnenbestrahlung und Salzwasser ist das Reizklima zur unterstützenden Behandlung von Psoriasis gut geeignet.
Remissionsphase
Bezeichnung für die erscheinungsfreie Zeit im Verlauf der Psoriasis, d.h., ein sichtbarer Rückgang der klassischen Symptome.
Retinoide
Vitamin-A-Derivate, werden auch bei Verhornungsstörungen wie Akne eingesetzt. Äußerlich angewandt wird z.B. (Vitamin-A-Säure).
Salicylsäure
Wirkstoff, der zur Schuppenablösung und zur Hemmung von Mikroorganismen (Bakterien) beiträgt.
TEWL (Transepidermaler Wasserverlust)
Der TEWL wird durch den mengenmäßigen Wasserverlust durch die Hautoberfläche definiert, wobei der Wasserverlust in Gramm pro Quadratmeter Haut pro Stunde gemessen wird (g/hm²).
Typ I-Psoriasis
Psoriasis vulgaris kann in zwei Gruppen unterteilt werden. Zum Typ I zählen meist schwere Fälle, bei denen das erste Auftreten in frühen Lebensjahren stattfindet (10-25 Jahre).
Betroffene Patienten weisen charakteristische genetische Merkmale auf. Es besteht eine familiäre Häufung und meist kann schon durch ein Kratzen auf der Haut die Psoriasis ausgelöst werden.
Typ II-Psoriasis
Der Typ II-Gruppe werden diejenigen Patienten zugeordnet, die ihre - meist leichte - Psoriasis erst nach dem 35. Lebensjahr entwickeln.
In der Regel sind keine anderen Familienmitglieder betroffen. Die typischen Gen-Marker sind hier nicht vorhanden.
Ungesättigte Fettsäuren
Man unterscheidet in einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Letztere verfügen in ihrem chemischen Aufbau über mehrere Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffen. Einfach ungesättigte Fettsäuren wiederum haben nur eine Doppelbindung.
Urea
Urea, auch als Harnstoff oder Carbamid bekannt, ist ein wichtiges Endprodukt des Eiweißstoffwechsels und findet sich in fast allen Körperflüssigkeiten. Urea ist einer der wichtigsten natürlichen Feuchthaltefaktoren, die das Wasserbindungsvermögen der Haut beeinflussen. Urea speichert Wasser in der obersten Hautschicht und verbessert so den Feuchtigkeitsgehalt in der Haut.

